Dienstag, 26. September 2017

Politische Korrektheit als Herrschaftsinstrument

Politische Korrektheit ist mehr als ein Ausdruck eines Friedensprojekts, mehr als ein Aufruf zum Friedenserhalt und gedeihlichen Miteinander, mehr als eine Maßnahme zur Sicherung des sozialen Friedens, denn Politische Korrektheit steht im klaren Widerspruch zur freien Meinungsäußerung, verdammt jeden dazu sich seine Meinung nur mehr zu denken - sofern sie von der als Mehrheitsmeinung proklamierten Meinung des Establishments abweicht - da's irgendwo irgendjemanden geben könnte, der sich von der geäußerten Meinung in Frage gestellt und provoziert fühlen könnte - und genau genommen: diesen jemand gibt's immer irgendwo.

So dient Politische Korrektheit der Nivellierung des Geistes, der Gleichmacherei der Menschen und ihrer Geister, der Vereinheitlichung des Denkens und soll über Massenmedien sicherstellen, dass jeder das Gleiche denkt, alle das Gleiche sagen und Pluralität, die unbequem ist, nur das Establishment in Frage stellt und ihm darüber gefährlich werden könnte, möglichst kleingehalten und unterbunden wird.

Politische Korrektheit ist aber mehr als das alles. Sie ist eine Maulsperre, damit die Vereinheitlichung in Wissenschaft, Medien und Kultur ungehindert voranschreiten kann - denn in all diesen Bereichen hatten wir schon weit mehr Vielfalt und damit Unruhe, und damit Meinungsvielfalt und Fortschritt, und nicht nur, wie heute, den Fortschritt in immer die gleiche Richtung, in Wissenschaft, Medien und Gesellschaft, Vereinheitlichung bis zum Gehtnichtmehr, immer mehr vom selben - um mit Friedrich Nietzsche zu sprechen, die "Ewige Wiederkunft", die ewige Wiederkehr des Gleichen - damit der Fortschritt des Establishments unangefochten bleibt.

So ist Politische Korrektheit nur ein Instrument des Establishments, dass sich im Zuge dieser Vereinheitlichung auf ihre Linie niemand mehr seines eigenen Geistes bedient und es nicht wagt den vom Establishment verhängten Vorgaben im Geiste zu widersprechen, und - wenn man es gar nicht lassen kann - es tunlichst leise, ohne Worte zu tun, nur im stillen Kämmerlein, im Keller, im Panikraum - sollte einer vorhanden sein - wo einen keiner hört, wo man dem Fortschritt des Establishments nicht im Wege steht.

Politische Korrektheit ist somit bloß ein Instrument die Kritiker zum Schweigen zu bringen unter dem Deckmantel der "Sicherstellung des sozialen Friedens", der jedoch nur bedeutet dem Establishment zuzusehen, wie es ungeniert regiert, und keine Kritik am Establishment, der herrschenden Klasse zu üben und aufkommen zu lassen, die schon lange überwiegend sich selbst dient, und wie über lange Zeit betrieben, über die Agenten des Gutmenschentums mit dem Establishment im Rücken, weil sie dessen Meinung, Ansicht, auf der Straße, in den Lokalen, Cafés, Kaufhäusern, Zusammenkünften aller Art vehement vertreten, und jeden Abweichler im Umfeld ermahnen und verbessern.

So bedienen sich Politische Korrektheit und ihre Vertreter Methoden der Bespitzelung und zögern nicht lange im Falle kritischer Töne seitens all jener, die etwa anderer Meinung sind, diese zurückzupfeifen, zu maßregeln und als sonst was zu bezichtigen.

Dies erfolgt(e) alles unter dem Titel der Wahrung der Demokratie, des Friedens, des sozialen Friedens und der Ordnung, wodurch nur mit den besten schlechten Absichten der Unterdrückung von Meinungsvielfalt und von Kritik an den Mächtigen, am Establishment, über Jahrzehnte Tür und Tor geöffnet war.

Somit war und ist der Terminus "Politische Korrektheit" mit allem, was dazu gehört, ein "demokratiepolitisches Instrument", mit Hilfe dessen, unter dem Vorwand "der Wahrung der Demokratie", die Demokratie ausgehebelt wird oder zu einer Metternich-Demokratie verkommt, worin kein kritisches Wort fallen darf, nichts Kritisches über die Lippen kommen darf, niemand mehr was sagen darf, was ihm nicht endlos viele Berater vorgelegt haben, was nicht zuvor durch endlos viele Filter ging, um zu garantieren, dass am Ende ja nichts mehr rauskommt, außer ein nivellierter Einheitsbrei, der berechenbar und sicher ist, so berechenbar und sicher, dass das Establishment, die herrschende Kaste und ihre Politik und Staatsführung sicher nicht in Frage gestellt wird.

Politische Korrektheit kann demnach kaum als demokratieerhaltende Maßnahme angesehen werden, sondern als getarnt "demokratiefeindliches Instrument", das Machterhalt über auch medial betriebene gesellschaftliche Vereinheitlichung verfolgt, das Establishment schont, nicht mal vor Bespitzelung per Instrumentalisierung jedes willigen Bürgers zur Umsetzung der "Politischen Korrektheit"-Doktrin zurückschreckt und Staatsführung damit zur kritiklosen Stadtführung verkommen lässt, da "alle" kritischen Stimmen zum Schweigen gebracht wurden und werden.

Der Guide in dieser Stadtführung, Staatsführung mit Politischer Korrektheit, also das Establishment mit seiner etablierten medial verbreiteten Meinung, zeigt nur das bestmögliche Bild der Stadt, des Staats, und will nur das Posterfoto per Schönfärberei gesehen haben, verbannt alle Kritiker in den Keller.

So kommt dann doch bei Politischer Korrektheit, wie betrieben, das Bild in den Sinn eines mit Maulkorb versehenen und dazu noch unter Maulsperre leidenden mündigen Bürgers, der in einer Light-Version der im ostasiatischen Raum gelegenen, weltweit größten (kommunistischen) Diktatur lebt, mit Zensur und Bespitzelung all inclusive.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann