Dienstag, 22. August 2017

Wie der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wurde

Die Herrschaft der Popen wurde im 20. Jahrhundert per Demokratisierung erfolgreich abgeschüttelt, und damit der unerbittliche Zugriff des Klerus. Die Menschen wissen nun und glauben nicht mehr, und kommen sich nicht zuletzt durch Smartphone+Co. unglaublich schlau vor. Dass sie dennoch alles, was sie scheinbar wissen, nur zu glauben wissen, das wissen sie oft nicht.

Auch wissen sie oft nicht, dass sie das, was sie von Wissenschaftern vorgekaut und vorgesprochen bekommen, bloß verdauen und nachplappern und dies nur tun, weil sie zuvor dem Klerus alle Autorität und Kompetenz entzogen und seither den Wissenschaftern zusprechen, die ihrerseits oft vergessen, dass sie an das, was sie Wissen nennen, auch glauben müssen, da ihnen sonst ihr ganzes schönes Wissen nichts nützt, nichts sagt, es nichtssagend ist.

Man muss also an Wissen glauben, damit Wissen Wissen wird. Glauben bekommt man nicht weg, nur weil man ihn den Popen und Pfaffen entzieht. Doch da viele das nicht wissen, steigt die "Intelligenz" der Menschen ins Unermessliche. Alles muss bemessen, berechnet werden. Was nicht berechnet, bemessen werden kann, durch Kennzahlen etc., das "gibt's auch nicht", gipfelnd in CNN's Mostly Human, worin Experten andächtig befragt - statt mit dem nassen Fetzen davongejagt -, ob sich Menschen in Roboter verlieben könnten, dies bejahen: "I feel like it's inevitable".

Wer wie jene Wissenschafter derart fortgeschritten ist, in ihrer Logik der Technizität so sehr steckt, trotz Überbevölkerung, obwohl es so viele Menschen gibt wie nie zuvor, niemanden abbekommt und sich dann auf die Roboter stürzt, auf deren Kreationen, ist es angesichts der Not und Verzweiflung aufgrund seines/ihres vielleicht verkümmerten jedoch existenten Fortpflanzungswunsches nachvollziehbar, aber dennoch seltsam, und wenn man jenen Wissenschaftern Sendungen widmet und sie zum Idol kürt, bedenklich.

All das wurde erst möglich durch den Machtverlust von Popen und Klerus mit ihrem eisernen Griff. Zu glauben die Menschen wären, wenn sie sich aus den Klauen der Kirche befreien, befreit werden, wirklich frei, ist naiv. Sie wurden nur von gewissen den Wissenschaften nahestehenden Kräften aus dem Griff der Kirche gerissen, nahtlos ins Glaubenssystem der Wissenschaft übergeführt und sind nun, über die letzten Jahrzehnte ungeheuer gebildet, fest im Griff der Wissenschafter, und nicht zuletzt in der Hand der Wirtschaft, der Auftraggeber der Wissenschafter, der Konzerne, die nur das finanzieren, was ihren Reichtum mehrt und ihre Macht ausbaut.

Aber das kennen wir doch von Popen und Klerus, wären wir gebildet und hielten uns nicht bloß für gebildet, weil wir von Wissenschaftern und Konzernen vorgekaute, vorselektierte, markt- und konzerndienliche Informationen, zu Wissen zusammengeschustert, an Fachhochschulen, Colleges und mittlerweile auch Universitäten erwarben.

Weil gerade die Menschen im Westen - und nicht nur im Westen vom Westen - mit jenen Informationen, über unkritische Medien gestützt und verbreitet, gefüttert, sich aufgrund akademischer Abschlüsse gebildet und über Smartphone+Co. ungeheuer schlau vorkommen, entgeht ihnen, dass seit dem Kontrollverlust der Kirche, mit ihrem unerbittlichen Moralkorsett, und ihrer unfreiwilligen Übergabe der Stafette der Macht an die Wissenschaft und Konzerne, sukzessive Begriffe wie Moral, Sitte, Anstand, Tugend auch nur anzusprechen selbst unanständig wurde, und Menschenrechte, im Wesentlichen die Erfindung der Linken, als Korrektiv ungezügelter Märkte angesichts der Gesetze des Marktes nicht recht greifen wollen.

Somit wurde zwar das Regulativ, die Moral des Glaubens, oft bloß die Furcht bei Fehlverhalten nicht in den Himmel zu kommen, ewige Höllenqualen zu erleiden, mit der Kirche im 20. Jahrhundert über Bord geworfen, doch naive Befürworter des Wissens, der Befreiung der Massen und dessen, dass mit Wissen Vernunft einhergeht und letztlich Ethik, ethisches Verhalten, machten offenbar die Rechnung ohne die Massen. Denn die Massen können oder wollen seit jeher nicht selbstgesteuert sein, wollen vielmehr irgendjemandem hinterherlaufen, am liebsten dem, der ihnen sagt, wo's lang geht, an den sie dann ihre sie so sehr belastende Verantwortung nur allzu gern übertragen.

So trat durch die Entmachtung der Kirche, gleichzeitige Befreiung der Massen und Bildungsoffensiven, nicht Vernunft und Ethik an die Stelle kirchlicher Kontrolle, sondern bloß der Markt in seiner entfesselten Form, der Turbokapitalismus.

Diese so strukturierten Märkte sollen nicht gestört, nicht durch Regularien beunruhigt werden, jedenfalls nach Auffassung vieler Politiker, sondern man hat als braver Bürger dem freien Spiel der Kräfte, den angeblich selbstregulierenden Märkten zuzusehen, wie sich dadurch immer mehr Marktanteile und damit Macht und Geld auf immer weniger Konzerne konzentrieren, während die Verelendung der Massen immer mehr, immer schneller, immer besser vonstattengeht.
Zudem ergeht an Philosophen, Theologen, Humanisten, all jene, die noch bei Trost sind, die Forderung sich gefälligst aus Dingen rauszuhalten, von denen sie nichts verstünden, die Märkte tunlichst nicht zu stören, sondern ungehindert schalten und walten zu lassen. Man solle sich viele brave Politiker zum Vorbild nehmen, die offiziell viel Geld dafür bekommen, sich rauszuhalten, wegzuschauen, den Anschein zu erwecken, sie vertreten das Volk.

In diesem Trauerspiel namens Globalisierung angeführt vom Turbokapitalismus, der über den Wegfall des Gegengewichts Sowjetunion (ohne diese zu rechtfertigen, hat sie dafür doch zu viel Dreck am Stecken) als hegemoniales Gesellschaftsmodell noch einen Turbo zugelegt hat, werden Begriffe wie Moral, Anstand, Sitte, Würde, Tugend eliminiert, weil sie der Akkumulation des Kapitals, dem obersten 1% bloß im Wege stehen.

Im global vernetzten System geht's bloß darum, dass Colleges, Fachhochschulen, Universitäten schnell unkritische Massen züchten, die rasch einsetzbar, fungibel, verwertbar, austauschbar sind. Weil nun jenen "Züchtungen", aufgrund ihrer systemisch beabsichtigt schnellen und gezielt schlechten Ausbildung, kaum Zeit zum Hinterfragen bleibt, entgeht ihnen, wie sehr ihre gewollt lückenhafte Ausbildung, auch Spezialisierung genannt - damit ja keiner den Überblick hat und gefährlich werden kann - ganz der Hire&Fire-Doktrin des Weltmarktes dient, plus Quick&Dirty-Qualitätsprinzip, worin der Einzelne nichts zählt, nur eine Zahl darstellt, nichts zählt als eine Nummer zu sein, ein ersetzbarer, jederzeit wegrationalisierbarer Kostenfaktor. Der Einzelne ist in dieser Logik wegwerfbar, im Turbokapitalismus, der vielen schadet und nur wenigen dient, worin der Einzelne hineingetrieben, ein Getriebener ist im Getriebe.

Obgleich es darin "immer mehr, immer schneller und immer besser" heißt, hat der Einzelne immer schneller immer weniger, nicht nur an Zeit, sondern auch am Teller, und ihm geht's immer schneller schlechter, zeitlich, psychisch, körperlich, von Lebensqualität ganz abgesehen, denn Qualität ist schlecht messbar.

Wir leben im Turbokapitalismus, der die Welt antreibt, vor sich hertreibt, der als Grundlage den Sozialdarwinismus hat, worin - als Selbstlegitimation - Anpassung ans System mit Intelligenz gleichgesetzt wird, weswegen Immoralität, Anstandslosigkeit, letztlich die "Gesetze der Gosse" salonfähig werden, jeder jedem jederzeit das Messer in den Rücken rammt, für einen kleinen Vorteil, den er daraus zieht, sich dadurch auch noch für intelligent, schlau etc. hält und dafür gesellschaftlich ein Schulterklopfen bekommt, because he seized the opportunity.

Damit geschieht eine Nivellierung der Welt aufs ethisch höchst bedenkliche unterst denkbare Niveau. Die Gesetze des Marktes sind bloß die Gesetze der Straße, und die, die sie verfechten und verteidigen, bloß gnadenlose Naturrechtler, Totbeißer, wenn auch in Anzügen, und ich habe bei Leibe nichts gegen Anzüge, die tragen nämlich keine Schuld, anders als viele, die sie tragen.

So wird im Turbokapitalismus auf Hochtouren nur der niederste Trieb bedient, die Schwellenländer, allem voran China, geben den Takt vor, dass alle Welt (wieder) deren Arbeitsbedingungen bekommt. Kontrollmechanismen, sofern entwickelt, werden ausgehebelt und Sozialdarwinismus geadelt und belohnt, indem durch die fatale Gleichsetzung, Anpassung=Intelligenz, den Massen vermittelt wird sich an ein solch asoziales System anzupassen sei intelligent, angeführt von äußerst asozialen, gemäß dieser Logik äußerst intelligenten Subjekten, die innerhalb der Gesetze die Märkte und damit die Gesellschaft kontrollieren, Gesetze, auf die ihre Lobbyisten laufend maßgeblich Einfluss nehmen und damit deren Treiben legitimieren. Jene müssten sich äußerst dumm oder "knauserig" anstellen, um jemals mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Aus Sicht der Konzerne, Lobbyisten+Co. heißt's: "Ach, wie gut, dass niemand weiß...", dass sie die eigentlich Asozialen sind und niemand von diesen Zusammenhängen weiß. Und ich sage mit Homer's Polyphem aus Odysseus: Es war "Niemand"...
"Niemand" wusste es, und damit wusste es zumindest einer. Ich denke, es gibt da draußen viele Niemands, die klar sehen, oder es zumindest ahnen, was vor sich geht.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Donnerstag, 20. Juli 2017

Kumbaya

Globalisierung, oder vielmehr die von vielen Seiten sowie auf vielen Seiten von zahlreichen Blättern und Medien propagierte Bilderbuch-Seite der Globalisierung in Form von 'die Welt wächst zusammen, Grenzen werden geöffnet, überwunden und aufgehoben, die Welt wird vernetzt, die Welt wird zum Dorf, die Welt wird zum vernetzen Dorf', frei nach der Maxime 'Wir haben uns doch alle so lieb', ist der kläglich durchschaubare Versuch gewisser Eliten die Welt, die Völker dieser Welt, dazu zu bringen, dass sie sich mögen, während erst vor ein paar Jahrzehnten sie sich noch mit Vorliebe, was sag ich voller Begeisterung die Schädel eingeschlagen haben, dem Stand ihrer Bewusstseinsentwicklung entsprechend, natürlich raffinierter als mit Stock und Stein, also mit ausgereifter Technologie und dergleichen.

So tun viele auch nur bei diesem Schauspiel - nennen wir es Globalisierung - mit, weil es wegen der Verbreitung der Atomwaffen, die nun viele auch noch so kleine Mächte haben - würde es zu einen richtigen Krieg kommen, wie wir es über die Jahrtausende gewohnt sind - ein relativ kurzer Krieg werden würde, jedoch mit langen Auswirkungen, und man würde uns noch weit aus dem All heraus sehen, strahlend wie wir sind.

Im Wissen darum hat sich die Mehrheit der Menschheit mit ihren Nationalismen darauf konzentriert den Anderen, wenn auch nicht atomar, mit allen anderen Mitteln fertig zu machen. Die Rede ist davon, dass die Globalisierung großteils nichts anderes ist als die Verlagerung des Krieges vom Schlachtfeld auf die Wirtschaft und ihre Felder, auf die Märkte, die Börsen, auf den Welthandel, der jedoch nichts anderes als ein Schlachtfeld ist, der, wenn auch nur wirtschaftlich, ganze Nationen in die Knie und Knechtschaft, also letztlich in die Sklaverei zwingt und sie dort in Fesseln hält.

Und dies geschieht, während gewisse Leute - man nennt sie auch Schönredner, Schöngeister, die vielleicht sogar damit erfolgreich sind - nicht nur sich, sondern auch vielen anderen entsprechend Vorbelasteten, die auf ihr Rosabrillen-Gedöns stehen, darüber hinwegtäuschen und weismachen, dass wir uns alle lieb haben, und wenn noch nicht, dass wir uns alle lieb haben sollen müssen, in Verkennung dessen, dass noch vor wenigen Jahrzehnten und ein paar Generationen sie einander abgeschlachtet haben, und sich auch heute noch die Mehrheit der Menschen am liebsten direkt am Schlachtfeld bekriegt, oder wenn sie das nicht kriegt, einander auf den Feldern des Welthandels ausbeutet und natürlich in den Spielhöllen, vor den Schirmen über Tötungssimulationen, auch bekannt als Ego-Shooter, oft vom Militär zur Angewöhnung und subtiler Rekrutierung bereitgestellt und gefördert, sowie im Ring, am Spielfeld, in den Arenen der Stadien, stellvertretend durch Gladiatoren, die verkauft werden, wir nennen sie Legionäre, einander liebend gern vernichtet und das Gesicht des Anderen in den Dreck drückt.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemischer Analyst und Philosoph

Freitag, 7. Juli 2017

Vernetzung hat viele Gesichter

Wir leben in einer Welt, in der zunehmend alles vernetzt wird, verknüpft, verbunden, und wie wir wissen, ist in einer Welt, in der alles vernetzt ist, oder sagen wir, Vernetzung alles ist, die Verbindung alles und nicht nur die gute, die schnellere Verbindung, sondern auch einen guten und schnellen Draht zu den Mächtigen zu haben, denn Vernetzung, Verbindung, ist nichts anderes als Beziehung, und die ist bekanntlich alles.

Somit verhindert die zunehmende Vernetzung nicht Korruption oder Finanzbetrug, sondern fördert sie sogar, indem Vernetzung Geschenkgeber und Geschenknehmer, aber auch Kunden und Betrüger zusammenbringt, und zwar immer besser und schneller, glasfaserschnell. Das sollte glasklar sein. Denn die Überweisung auf ein Offshore-Konto etwa auf die Cayman Islands dauert nur den Bruchteil einer Sekunde.

Natürlich ermächtigt, beschleunigt dieser Prozess auch die, die was gegen Korruption und Finanzbetrug einzuwenden haben. Aber die Grundannahme ist ja bei vielen, dass es wegen der zunehmenden Vernetzung auch zunehmend weniger Korruption und Finanzbetrug gäbe, weil eine oberflächliche Betrachtung von Vernetzung diese mit Transparenz und der Möglichkeit der Kontrolle durch die Vielen gleichsetzt. Doch mal ehrlich, die Vielen sind nicht an dem Punkt, dass sie Korruption und Finanzbetrug verhindern könnten, sondern sie sind meist nur passive Nutzer der Technologie und Vernetzung. Also jagen nur technologisch hochaufgerüstete Korruptionsjäger immer besser und schneller die ihrerseits immer besser und schneller vernetzt agierenden Korrumpierten und Finanzbetrüger, was die Jäger aber dennoch hinterherhinken lässt.

Somit ist Korruption und Online-Finanzbetrug durch Vernetzung verhindern zu wollen das überaus intelligente Bestreben überbordend intelligenter Menschen in Charge, die nicht beachten, dass Vernetzung ein Wesensmerkmal von Korruption und die Voraussetzung jedes Online-Finanzbetrugs ist und diese nur verhindert werden könnten, wenn die direkte Vernetzung der Menschen aufgehoben werden würde, oder zumindest unter Kontrolle gestellt wäre. Wenn Sie mir nun in die Wildnis Nordkanadas folgen wollen, wo sehr wenige Menschen leben und diese auch kaum online vernetzt sind, wird augenscheinlich, dass der dort vereinzelte Mensch um den Grad er keine Verbindung zum anderen hat, weil er schlicht hunderte Kilometer vom nächsten Menschen entfernt ist, kaum von den negativen Aspekten der digitalen Vernetzung betroffen ist.

Je weniger Verbindung und Vernetzung, desto weniger Korruption und Online-Finanzbetrug, weil die technologische Möglichkeit dazu fehlt oder sehr gering ist. Was im Gegensatz dazu diese Analyse für die vernetzte Wissenschaft, vernetzte Wirtschaft und die vernetzte Gesellschaft bedeutet, dies, liebe/r geneigte/r Leser/in, sich auszumalen überlasse ich nun ganz Ihrer Intelligenz. Auch die Akkumulation von Kapital bedient sich dieser Vernetzung, und das führt auch zur Akkumulation der Macht in den Händen immer weniger, die dadurch immer mächtiger werden.

So droht auch wirtschaftliches Fehlverhalten bzw. die implizite oder explizite Übervorteilung von Kunden durch Groß-Konzerne von den Betroffenen immer mehr ohnmächtig hingenommen zu werden. Denn der einzelne Kunde, der sich in dieser Sache an einen Anwalt oder Staatsanwalt wendet, erfährt nur allzu oft, dass auch diesen wegen personeller, zeitlicher und finanzieller begrenzter Mittel die Hände gebunden sind gegen Groß-Konzerne vorzugehen. So sehen sich jene Vertreter des Rechts oft auch nicht mehr in der Lage aufgrund der internationalen Komplexität des Vernetzungsgrads des Großkonzerns sich diesem für das Wohl des Klägers entgegen zu stellen. Dazu kommen noch Hundertschaften an Anwälten auf Konzernseite, die diese Klagen abwehren.

Daher können nur mehr Instanzen wie der Europäische Gerichtshof dem einzelnen Geschädigten gegen multinationale Konzerne Schutz geben. Hierin läge aus meiner Sicht eine der wesentlichsten Aufgaben der Europäischen Kommission als ebenfalls multinationale Institution zum Schutz des Bürgers gegen multinationale Konzerne aufzutreten, die sich sonst anscheinend in vielen Angelegenheiten vor niemandem mehr rechtfertigen wollen und müssen.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemischer Analyst und Philosoph

Donnerstag, 4. Mai 2017

Das Ende der Globalisierung - Die Welt wird zum Kaff

Ich bin selbst nicht erfreut über nationalistische Reflexe, in Form von nationalistisch motiviertem Patriotismus, Protektionismus, Isolationismus und letztlich blankem Nationalismus, und gestehe es den sogenannten Linken zu, dass sie sich davor fürchten und dagegen Sturm laufen, und gönne ihnen daher jede erdenkliche Form ihrer Ängste. Sie sollen sich darin ergehen, wie sie wollen. Doch wie bitteschön haben sich diese linken Kräfte, diese sozialistische bis kommunistische Internationale, die in weite Teile der westlichen Kultur eingegangen ist und sie maßgeblich bestimmen, vorgestellt, würde es weitergehen? Würde es immer so weitergehen?
Ungehinderte, unregulierte Globalisierung, wo zwar nicht Nationalismen im Vordergrund stehen, dafür aber um so mehr der Markt angetrieben von blanker Gier in Form von weltweit aGIERenden Konzernen, die nichts anderes erkennen lassen zu kennen als ihre Profitmaximierung und ihren Shareholder Value, war die letzten Jahrzehnte am Werk.
Und die Linken in ihrer Naivität glaubten offenbar es ginge darum, dass die Welt zum Dorf werde, zusammenwachse, Grenzen überschritten und Austausch gepflogen würde, und übersahen in ihrer schöngeistigen Bubble darüber ganz, dass tatsächlich Grenzen überschritten wurden, Kapitalaustausch gepflogen wurde und das Kapital akkumulierte in einer schier noch nie dagewesenen Form.
Somit weil die Linken, selbst im rechten Gewand, die längste Zeit die Akkumulation des Kapitals nicht in den Griff bekamen und die mit ihnen in Liaison stehenden global agierenden Konzerne als Vorhut bereits alles auffraßen, sich einverleibten und den Rest vernichteten, blieb im Zuge der globalen Umverteilung von Reich zu noch Reicher am Ende den ehemals reichen Nationen des Westens, die nun ausverkauft darniederliegende und deren Reichtum in die Hände einiger weniger unregulierter Mächte und Länder und darin auch nur der Eliten und gewisser Personen fiel, nur der nun weltweit zu beobachtende nationalistische Reflex, der zwar nicht schön, aber nachvollziehbar ist.
So haben die Linken an der Macht, selbst in den rechten Parteien, letztlich durch ihr Nichtstun, ihr nicht Eingreifen den freien Markt schalten und walten lassen, wie er wollte, ihn in seiner Entfesselung maßlos unterschätzend und auf seine selbstregulierenden Kräfte blind vertrauend den Konzernen die letzten Jahrzehnte in die Hände gespielt und dem Versuch der Menschen ihre Grenzen zu schließen, sich auf sich, ihre Nation und ihre Ethnie zu besinnen und zu reduzieren, und ihr letztes Hab und Gut vor der Welt zu retten, also den heutigen weltweit zu beobachtenden populistischen Gegenreaktionen, dem nationalistischen Reflex der von ihnen in weiten Teilen im Stich gelassenen Bevölkerung den Weg bereitet.
Es ist abzusehen und vorprogrammiert, dass sich die Mehrheit der Menschen auf Dauer nicht ihrem vom linken Henker für sie gewählten Schicksal ergeben werden, der sie ausverkauft, und ihnen nahelegt, dass es so sein müsse, dass sie immer ärmer werden und die Welt reicher, und sie sich in der westlichen Welt entweder schon jetzt oder sehr bald nichts mehr leisten können werden, weil ihre Reserven aufgebraucht und nicht mal am Horizont ein Job in Sicht ist.
So agieren Linke an der Macht ganz so, als könnte man auf die Moral der Konzernchefs vertrauen, einer Moral, von der ja so viele Linke so wenig halten, und darauf, dass diese ihren Reichtum, ihre Milliarden wieder in die Gesellschaft einleiten und der Gesellschaft durch Jobs und Wohlstand etwas zurückgeben würden, und nicht ad nauseam von der Gier getrieben raffen.
Wohl eher das Gegenteil ist der Fall, sodass man sich in diesem Punkt nicht auf die Moral, sondern auf die Märkte, auf die Akkumulation des Kapitals und die Raffgier der Konzernchefs ganz und gar verlassen kann und natürlich auf die schöngeistige Naivität der Linken in Charge, die zielsicher die Rechnung ohne die Konzerne machen.
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemic Analyst and Philosopher