Dienstag, 22. August 2017

Wie der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wurde

Die Herrschaft der Popen wurde im 20. Jahrhundert per Demokratisierung erfolgreich abgeschüttelt, und damit der unerbittliche Zugriff des Klerus. Die Menschen wissen nun und glauben nicht mehr, und kommen sich nicht zuletzt durch Smartphone+Co. unglaublich schlau vor. Dass sie dennoch alles, was sie scheinbar wissen, nur zu glauben wissen, das wissen sie oft nicht.

Auch wissen sie oft nicht, dass sie das, was sie von Wissenschaftern vorgekaut und vorgesprochen bekommen, bloß verdauen und nachplappern und dies nur tun, weil sie zuvor dem Klerus alle Autorität und Kompetenz entzogen und seither den Wissenschaftern zusprechen, die ihrerseits oft vergessen, dass sie an das, was sie Wissen nennen, auch glauben müssen, da ihnen sonst ihr ganzes schönes Wissen nichts nützt, nichts sagt, es nichtssagend ist.

Man muss also an Wissen glauben, damit Wissen Wissen wird. Glauben bekommt man nicht weg, nur weil man ihn den Popen und Pfaffen entzieht. Doch da viele das nicht wissen, steigt die "Intelligenz" der Menschen ins Unermessliche. Alles muss bemessen, berechnet werden. Was nicht berechnet, bemessen werden kann, durch Kennzahlen etc., das "gibt's auch nicht", gipfelnd in CNN's Mostly Human, worin Experten andächtig befragt - statt mit dem nassen Fetzen davongejagt -, ob sich Menschen in Roboter verlieben könnten, dies bejahen: "I feel like it's inevitable".

Wer wie jene Wissenschafter derart fortgeschritten ist, in ihrer Logik der Technizität so sehr steckt, trotz Überbevölkerung, obwohl es so viele Menschen gibt wie nie zuvor, niemanden abbekommt und sich dann auf die Roboter stürzt, auf deren Kreationen, ist es angesichts der Not und Verzweiflung aufgrund seines/ihres vielleicht verkümmerten jedoch existenten Fortpflanzungswunsches nachvollziehbar, aber dennoch seltsam, und wenn man jenen Wissenschaftern Sendungen widmet und sie zum Idol kürt, bedenklich.

All das wurde erst möglich durch den Machtverlust von Popen und Klerus mit ihrem eisernen Griff. Zu glauben die Menschen wären, wenn sie sich aus den Klauen der Kirche befreien, befreit werden, wirklich frei, ist naiv. Sie wurden nur von gewissen den Wissenschaften nahestehenden Kräften aus dem Griff der Kirche gerissen, nahtlos ins Glaubenssystem der Wissenschaft übergeführt und sind nun, über die letzten Jahrzehnte ungeheuer gebildet, fest im Griff der Wissenschafter, und nicht zuletzt in der Hand der Wirtschaft, der Auftraggeber der Wissenschafter, der Konzerne, die nur das finanzieren, was ihren Reichtum mehrt und ihre Macht ausbaut.

Aber das kennen wir doch von Popen und Klerus, wären wir gebildet und hielten uns nicht bloß für gebildet, weil wir von Wissenschaftern und Konzernen vorgekaute, vorselektierte, markt- und konzerndienliche Informationen, zu Wissen zusammengeschustert, an Fachhochschulen, Colleges und mittlerweile auch Universitäten erwarben.

Weil gerade die Menschen im Westen - und nicht nur im Westen vom Westen - mit jenen Informationen, über unkritische Medien gestützt und verbreitet, gefüttert, sich aufgrund akademischer Abschlüsse gebildet und über Smartphone+Co. ungeheuer schlau vorkommen, entgeht ihnen, dass seit dem Kontrollverlust der Kirche, mit ihrem unerbittlichen Moralkorsett, und ihrer unfreiwilligen Übergabe der Stafette der Macht an die Wissenschaft und Konzerne, sukzessive Begriffe wie Moral, Sitte, Anstand, Tugend auch nur anzusprechen selbst unanständig wurde, und Menschenrechte, im Wesentlichen die Erfindung der Linken, als Korrektiv ungezügelter Märkte angesichts der Gesetze des Marktes nicht recht greifen wollen.

Somit wurde zwar das Regulativ, die Moral des Glaubens, oft bloß die Furcht bei Fehlverhalten nicht in den Himmel zu kommen, ewige Höllenqualen zu erleiden, mit der Kirche im 20. Jahrhundert über Bord geworfen, doch naive Befürworter des Wissens, der Befreiung der Massen und dessen, dass mit Wissen Vernunft einhergeht und letztlich Ethik, ethisches Verhalten, machten offenbar die Rechnung ohne die Massen. Denn die Massen können oder wollen seit jeher nicht selbstgesteuert sein, wollen vielmehr irgendjemandem hinterherlaufen, am liebsten dem, der ihnen sagt, wo's lang geht, an den sie dann ihre sie so sehr belastende Verantwortung nur allzu gern übertragen.

So trat durch die Entmachtung der Kirche, gleichzeitige Befreiung der Massen und Bildungsoffensiven, nicht Vernunft und Ethik an die Stelle kirchlicher Kontrolle, sondern bloß der Markt in seiner entfesselten Form, der Turbokapitalismus.

Diese so strukturierten Märkte sollen nicht gestört, nicht durch Regularien beunruhigt werden, jedenfalls nach Auffassung vieler Politiker, sondern man hat als braver Bürger dem freien Spiel der Kräfte, den angeblich selbstregulierenden Märkten zuzusehen, wie sich dadurch immer mehr Marktanteile und damit Macht und Geld auf immer weniger Konzerne konzentrieren, während die Verelendung der Massen immer mehr, immer schneller, immer besser vonstattengeht.
Zudem ergeht an Philosophen, Theologen, Humanisten, all jene, die noch bei Trost sind, die Forderung sich gefälligst aus Dingen rauszuhalten, von denen sie nichts verstünden, die Märkte tunlichst nicht zu stören, sondern ungehindert schalten und walten zu lassen. Man solle sich viele brave Politiker zum Vorbild nehmen, die offiziell viel Geld dafür bekommen, sich rauszuhalten, wegzuschauen, den Anschein zu erwecken, sie vertreten das Volk.

In diesem Trauerspiel namens Globalisierung angeführt vom Turbokapitalismus, der über den Wegfall des Gegengewichts Sowjetunion (ohne diese zu rechtfertigen, hat sie dafür doch zu viel Dreck am Stecken) als hegemoniales Gesellschaftsmodell noch einen Turbo zugelegt hat, werden Begriffe wie Moral, Anstand, Sitte, Würde, Tugend eliminiert, weil sie der Akkumulation des Kapitals, dem obersten 1% bloß im Wege stehen.

Im global vernetzten System geht's bloß darum, dass Colleges, Fachhochschulen, Universitäten schnell unkritische Massen züchten, die rasch einsetzbar, fungibel, verwertbar, austauschbar sind. Weil nun jenen "Züchtungen", aufgrund ihrer systemisch beabsichtigt schnellen und gezielt schlechten Ausbildung, kaum Zeit zum Hinterfragen bleibt, entgeht ihnen, wie sehr ihre gewollt lückenhafte Ausbildung, auch Spezialisierung genannt - damit ja keiner den Überblick hat und gefährlich werden kann - ganz der Hire&Fire-Doktrin des Weltmarktes dient, plus Quick&Dirty-Qualitätsprinzip, worin der Einzelne nichts zählt, nur eine Zahl darstellt, nichts zählt als eine Nummer zu sein, ein ersetzbarer, jederzeit wegrationalisierbarer Kostenfaktor. Der Einzelne ist in dieser Logik wegwerfbar, im Turbokapitalismus, der vielen schadet und nur wenigen dient, worin der Einzelne hineingetrieben, ein Getriebener ist im Getriebe.

Obgleich es darin "immer mehr, immer schneller und immer besser" heißt, hat der Einzelne immer schneller immer weniger, nicht nur an Zeit, sondern auch am Teller, und ihm geht's immer schneller schlechter, zeitlich, psychisch, körperlich, von Lebensqualität ganz abgesehen, denn Qualität ist schlecht messbar.

Wir leben im Turbokapitalismus, der die Welt antreibt, vor sich hertreibt, der als Grundlage den Sozialdarwinismus hat, worin - als Selbstlegitimation - Anpassung ans System mit Intelligenz gleichgesetzt wird, weswegen Immoralität, Anstandslosigkeit, letztlich die "Gesetze der Gosse" salonfähig werden, jeder jedem jederzeit das Messer in den Rücken rammt, für einen kleinen Vorteil, den er daraus zieht, sich dadurch auch noch für intelligent, schlau etc. hält und dafür gesellschaftlich ein Schulterklopfen bekommt, because he seized the opportunity.

Damit geschieht eine Nivellierung der Welt aufs ethisch höchst bedenkliche unterst denkbare Niveau. Die Gesetze des Marktes sind bloß die Gesetze der Straße, und die, die sie verfechten und verteidigen, bloß gnadenlose Naturrechtler, Totbeißer, wenn auch in Anzügen, und ich habe bei Leibe nichts gegen Anzüge, die tragen nämlich keine Schuld, anders als viele, die sie tragen.

So wird im Turbokapitalismus auf Hochtouren nur der niederste Trieb bedient, die Schwellenländer, allem voran China, geben den Takt vor, dass alle Welt (wieder) deren Arbeitsbedingungen bekommt. Kontrollmechanismen, sofern entwickelt, werden ausgehebelt und Sozialdarwinismus geadelt und belohnt, indem durch die fatale Gleichsetzung, Anpassung=Intelligenz, den Massen vermittelt wird sich an ein solch asoziales System anzupassen sei intelligent, angeführt von äußerst asozialen, gemäß dieser Logik äußerst intelligenten Subjekten, die innerhalb der Gesetze die Märkte und damit die Gesellschaft kontrollieren, Gesetze, auf die ihre Lobbyisten laufend maßgeblich Einfluss nehmen und damit deren Treiben legitimieren. Jene müssten sich äußerst dumm oder "knauserig" anstellen, um jemals mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.

Aus Sicht der Konzerne, Lobbyisten+Co. heißt's: "Ach, wie gut, dass niemand weiß...", dass sie die eigentlich Asozialen sind und niemand von diesen Zusammenhängen weiß. Und ich sage mit Homer's Polyphem aus Odysseus: Es war "Niemand"...
"Niemand" wusste es, und damit wusste es zumindest einer. Ich denke, es gibt da draußen viele Niemands, die klar sehen, oder es zumindest ahnen, was vor sich geht.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Donnerstag, 20. Juli 2017

Kumbaya

Globalisierung, oder vielmehr die von vielen Seiten sowie auf vielen Seiten von zahlreichen Blättern und Medien propagierte Bilderbuch-Seite der Globalisierung in Form von 'die Welt wächst zusammen, Grenzen werden geöffnet, überwunden und aufgehoben, die Welt wird vernetzt, die Welt wird zum Dorf, die Welt wird zum vernetzen Dorf', frei nach der Maxime 'Wir haben uns doch alle so lieb', ist der kläglich durchschaubare Versuch gewisser Eliten die Welt, die Völker dieser Welt, dazu zu bringen, dass sie sich mögen, während erst vor ein paar Jahrzehnten sie sich noch mit Vorliebe, was sag ich voller Begeisterung die Schädel eingeschlagen haben, dem Stand ihrer Bewusstseinsentwicklung entsprechend, natürlich raffinierter als mit Stock und Stein, also mit ausgereifter Technologie und dergleichen.

So tun viele auch nur bei diesem Schauspiel - nennen wir es Globalisierung - mit, weil es wegen der Verbreitung der Atomwaffen, die nun viele auch noch so kleine Mächte haben - würde es zu einen richtigen Krieg kommen, wie wir es über die Jahrtausende gewohnt sind - ein relativ kurzer Krieg werden würde, jedoch mit langen Auswirkungen, und man würde uns noch weit aus dem All heraus sehen, strahlend wie wir sind.

Im Wissen darum hat sich die Mehrheit der Menschheit mit ihren Nationalismen darauf konzentriert den Anderen, wenn auch nicht atomar, mit allen anderen Mitteln fertig zu machen. Die Rede ist davon, dass die Globalisierung großteils nichts anderes ist als die Verlagerung des Krieges vom Schlachtfeld auf die Wirtschaft und ihre Felder, auf die Märkte, die Börsen, auf den Welthandel, der jedoch nichts anderes als ein Schlachtfeld ist, der, wenn auch nur wirtschaftlich, ganze Nationen in die Knie und Knechtschaft, also letztlich in die Sklaverei zwingt und sie dort in Fesseln hält.

Und dies geschieht, während gewisse Leute - man nennt sie auch Schönredner, Schöngeister, die vielleicht sogar damit erfolgreich sind - nicht nur sich, sondern auch vielen anderen entsprechend Vorbelasteten, die auf ihr Rosabrillen-Gedöns stehen, darüber hinwegtäuschen und weismachen, dass wir uns alle lieb haben, und wenn noch nicht, dass wir uns alle lieb haben sollen müssen, in Verkennung dessen, dass noch vor wenigen Jahrzehnten und ein paar Generationen sie einander abgeschlachtet haben, und sich auch heute noch die Mehrheit der Menschen am liebsten direkt am Schlachtfeld bekriegt, oder wenn sie das nicht kriegt, einander auf den Feldern des Welthandels ausbeutet und natürlich in den Spielhöllen, vor den Schirmen über Tötungssimulationen, auch bekannt als Ego-Shooter, oft vom Militär zur Angewöhnung und subtiler Rekrutierung bereitgestellt und gefördert, sowie im Ring, am Spielfeld, in den Arenen der Stadien, stellvertretend durch Gladiatoren, die verkauft werden, wir nennen sie Legionäre, einander liebend gern vernichtet und das Gesicht des Anderen in den Dreck drückt.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemischer Analyst und Philosoph

Freitag, 7. Juli 2017

Vernetzung hat viele Gesichter

Wir leben in einer Welt, in der zunehmend alles vernetzt wird, verknüpft, verbunden, und wie wir wissen, ist in einer Welt, in der alles vernetzt ist, oder sagen wir, Vernetzung alles ist, die Verbindung alles und nicht nur die gute, die schnellere Verbindung, sondern auch einen guten und schnellen Draht zu den Mächtigen zu haben, denn Vernetzung, Verbindung, ist nichts anderes als Beziehung, und die ist bekanntlich alles.

Somit verhindert die zunehmende Vernetzung nicht Korruption oder Finanzbetrug, sondern fördert sie sogar, indem Vernetzung Geschenkgeber und Geschenknehmer, aber auch Kunden und Betrüger zusammenbringt, und zwar immer besser und schneller, glasfaserschnell. Das sollte glasklar sein. Denn die Überweisung auf ein Offshore-Konto etwa auf die Cayman Islands dauert nur den Bruchteil einer Sekunde.

Natürlich ermächtigt, beschleunigt dieser Prozess auch die, die was gegen Korruption und Finanzbetrug einzuwenden haben. Aber die Grundannahme ist ja bei vielen, dass es wegen der zunehmenden Vernetzung auch zunehmend weniger Korruption und Finanzbetrug gäbe, weil eine oberflächliche Betrachtung von Vernetzung diese mit Transparenz und der Möglichkeit der Kontrolle durch die Vielen gleichsetzt. Doch mal ehrlich, die Vielen sind nicht an dem Punkt, dass sie Korruption und Finanzbetrug verhindern könnten, sondern sie sind meist nur passive Nutzer der Technologie und Vernetzung. Also jagen nur technologisch hochaufgerüstete Korruptionsjäger immer besser und schneller die ihrerseits immer besser und schneller vernetzt agierenden Korrumpierten und Finanzbetrüger, was die Jäger aber dennoch hinterherhinken lässt.

Somit ist Korruption und Online-Finanzbetrug durch Vernetzung verhindern zu wollen das überaus intelligente Bestreben überbordend intelligenter Menschen in Charge, die nicht beachten, dass Vernetzung ein Wesensmerkmal von Korruption und die Voraussetzung jedes Online-Finanzbetrugs ist und diese nur verhindert werden könnten, wenn die direkte Vernetzung der Menschen aufgehoben werden würde, oder zumindest unter Kontrolle gestellt wäre. Wenn Sie mir nun in die Wildnis Nordkanadas folgen wollen, wo sehr wenige Menschen leben und diese auch kaum online vernetzt sind, wird augenscheinlich, dass der dort vereinzelte Mensch um den Grad er keine Verbindung zum anderen hat, weil er schlicht hunderte Kilometer vom nächsten Menschen entfernt ist, kaum von den negativen Aspekten der digitalen Vernetzung betroffen ist.

Je weniger Verbindung und Vernetzung, desto weniger Korruption und Online-Finanzbetrug, weil die technologische Möglichkeit dazu fehlt oder sehr gering ist. Was im Gegensatz dazu diese Analyse für die vernetzte Wissenschaft, vernetzte Wirtschaft und die vernetzte Gesellschaft bedeutet, dies, liebe/r geneigte/r Leser/in, sich auszumalen überlasse ich nun ganz Ihrer Intelligenz. Auch die Akkumulation von Kapital bedient sich dieser Vernetzung, und das führt auch zur Akkumulation der Macht in den Händen immer weniger, die dadurch immer mächtiger werden.

So droht auch wirtschaftliches Fehlverhalten bzw. die implizite oder explizite Übervorteilung von Kunden durch Groß-Konzerne von den Betroffenen immer mehr ohnmächtig hingenommen zu werden. Denn der einzelne Kunde, der sich in dieser Sache an einen Anwalt oder Staatsanwalt wendet, erfährt nur allzu oft, dass auch diesen wegen personeller, zeitlicher und finanzieller begrenzter Mittel die Hände gebunden sind gegen Groß-Konzerne vorzugehen. So sehen sich jene Vertreter des Rechts oft auch nicht mehr in der Lage aufgrund der internationalen Komplexität des Vernetzungsgrads des Großkonzerns sich diesem für das Wohl des Klägers entgegen zu stellen. Dazu kommen noch Hundertschaften an Anwälten auf Konzernseite, die diese Klagen abwehren.

Daher können nur mehr Instanzen wie der Europäische Gerichtshof dem einzelnen Geschädigten gegen multinationale Konzerne Schutz geben. Hierin läge aus meiner Sicht eine der wesentlichsten Aufgaben der Europäischen Kommission als ebenfalls multinationale Institution zum Schutz des Bürgers gegen multinationale Konzerne aufzutreten, die sich sonst anscheinend in vielen Angelegenheiten vor niemandem mehr rechtfertigen wollen und müssen.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemischer Analyst und Philosoph

Donnerstag, 4. Mai 2017

Das Ende der Globalisierung - Die Welt wird zum Kaff

Ich bin selbst nicht erfreut über nationalistische Reflexe, in Form von nationalistisch motiviertem Patriotismus, Protektionismus, Isolationismus und letztlich blankem Nationalismus, und gestehe es den sogenannten Linken zu, dass sie sich davor fürchten und dagegen Sturm laufen, und gönne ihnen daher jede erdenkliche Form ihrer Ängste. Sie sollen sich darin ergehen, wie sie wollen. Doch wie bitteschön haben sich diese linken Kräfte, diese sozialistische bis kommunistische Internationale, die in weite Teile der westlichen Kultur eingegangen ist und sie maßgeblich bestimmen, vorgestellt, würde es weitergehen? Würde es immer so weitergehen?
Ungehinderte, unregulierte Globalisierung, wo zwar nicht Nationalismen im Vordergrund stehen, dafür aber um so mehr der Markt angetrieben von blanker Gier in Form von weltweit aGIERenden Konzernen, die nichts anderes erkennen lassen zu kennen als ihre Profitmaximierung und ihren Shareholder Value, war die letzten Jahrzehnte am Werk.
Und die Linken in ihrer Naivität glaubten offenbar es ginge darum, dass die Welt zum Dorf werde, zusammenwachse, Grenzen überschritten und Austausch gepflogen würde, und übersahen in ihrer schöngeistigen Bubble darüber ganz, dass tatsächlich Grenzen überschritten wurden, Kapitalaustausch gepflogen wurde und das Kapital akkumulierte in einer schier noch nie dagewesenen Form.
Somit weil die Linken, selbst im rechten Gewand, die längste Zeit die Akkumulation des Kapitals nicht in den Griff bekamen und die mit ihnen in Liaison stehenden global agierenden Konzerne als Vorhut bereits alles auffraßen, sich einverleibten und den Rest vernichteten, blieb im Zuge der globalen Umverteilung von Reich zu noch Reicher am Ende den ehemals reichen Nationen des Westens, die nun ausverkauft darniederliegende und deren Reichtum in die Hände einiger weniger unregulierter Mächte und Länder und darin auch nur der Eliten und gewisser Personen fiel, nur der nun weltweit zu beobachtende nationalistische Reflex, der zwar nicht schön, aber nachvollziehbar ist.
So haben die Linken an der Macht, selbst in den rechten Parteien, letztlich durch ihr Nichtstun, ihr nicht Eingreifen den freien Markt schalten und walten lassen, wie er wollte, ihn in seiner Entfesselung maßlos unterschätzend und auf seine selbstregulierenden Kräfte blind vertrauend den Konzernen die letzten Jahrzehnte in die Hände gespielt und dem Versuch der Menschen ihre Grenzen zu schließen, sich auf sich, ihre Nation und ihre Ethnie zu besinnen und zu reduzieren, und ihr letztes Hab und Gut vor der Welt zu retten, also den heutigen weltweit zu beobachtenden populistischen Gegenreaktionen, dem nationalistischen Reflex der von ihnen in weiten Teilen im Stich gelassenen Bevölkerung den Weg bereitet.
Es ist abzusehen und vorprogrammiert, dass sich die Mehrheit der Menschen auf Dauer nicht ihrem vom linken Henker für sie gewählten Schicksal ergeben werden, der sie ausverkauft, und ihnen nahelegt, dass es so sein müsse, dass sie immer ärmer werden und die Welt reicher, und sie sich in der westlichen Welt entweder schon jetzt oder sehr bald nichts mehr leisten können werden, weil ihre Reserven aufgebraucht und nicht mal am Horizont ein Job in Sicht ist.
So agieren Linke an der Macht ganz so, als könnte man auf die Moral der Konzernchefs vertrauen, einer Moral, von der ja so viele Linke so wenig halten, und darauf, dass diese ihren Reichtum, ihre Milliarden wieder in die Gesellschaft einleiten und der Gesellschaft durch Jobs und Wohlstand etwas zurückgeben würden, und nicht ad nauseam von der Gier getrieben raffen.
Wohl eher das Gegenteil ist der Fall, sodass man sich in diesem Punkt nicht auf die Moral, sondern auf die Märkte, auf die Akkumulation des Kapitals und die Raffgier der Konzernchefs ganz und gar verlassen kann und natürlich auf die schöngeistige Naivität der Linken in Charge, die zielsicher die Rechnung ohne die Konzerne machen.
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
Systemic Analyst and Philosopher

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Brussels Calling

The re-vote of the 2nd Austrian presidential election took an unexpected twist in the last days before December 4th, unexpected for the majority of analysts. But the continuous storyline for months is much more interesting than that. So according to the official statements Dr. Alexander Van der Bellen won the Austrian presidential election on December 4th. In many eyes this represents a win for the democratic forces.
The sad thing about it is, how the election was won, in other words, what led to the victory of Dr. Alexander Van der Bellen, since the media has played an influential role in this whole election cycle for many months, and it obviously seemed to be necessary for most journalists and media experts to more or less act as campaigners for Dr. Alexander Van der Bellen in effort to make sure that he will win this presidential election.
To argue that a tendentious media helping one candidate into the office and doing everything within their power to impede the other is a win for democracy is at least highly questionable in terms of democratic understanding, and to pretend that the shown line of argument throughout the election cycle would be fair and not biased, is at least strongly hypocritical and undermines the democratic values of the free world the establishment says to hold dear.
So the mainstream media played a major role for this result of the election, partly bound to its fear mongering against Ing. Norbert Hofer by influential figures of large parts of society and the political landscape, via tendentious questioning, unfairly distributed speaking time, led by well experienced anchors/moderators, not missing any opportunity to demonize Ing. Norbert Hofer in effort to portray him as creature from hell, which allegedly may strive for world domination.
And this tendentious maneuvering by the media was seen for the majority of journalists and media experts to be necessary to distract from the positions of Ing. Norbert Hofer not being a Yes-Man to globalization and to everything Brussels orders. But anyway, again the thing is not so much, who won this presidential election, but how it was won.
Regardless of which of the two candidates the electorate preferred, and who therefore won, both candidates had their flaws, but sadly the homogeneous media did a 'perfect job' to inflate the public to go against everyone with a different opinion and to label them as Nazis or the like. Is this sort of manipulation via false allegations the public duty of 'free' mainstream media in this day and age?
So one has to be very ideologized and one-sided not to realize and acknowledge, that this election cycle was one of the dirtiest, if not the dirtiest presidential election cycle in the history of Austria's 2nd Republic, and the whole cycle was entirely dominated, driven and fueled by fear mongering against Ing. Norbert Hofer through the establishment, let alone playing with the Sword of Damocles hanging over the voter's head in terms of a threatening return of at that time conspiring 'EU14' imposing later regretted unsubstantiated sanctions on Austria in 2000, if this time Austrians don't fall into line with the European elites' wish to vote for Brussels 'Sweetheart Candidate' in advance. Is Austria generally expected to behave as Germany's 17th state so to speak, without the right to act on its own authority?
Although this presidential election was once more a text-book example for a strong media bias against one candidate, in this case against Ing. Norbert Hofer, it is interesting that most journalists and media experts in the 'Alp Republic' and beyond still think that they hold the legitimacy of being neutral, objective, and balanced in their coverage and commentating, despite obviously their only objective was to get Dr. Alexander Van der Bellen the presidency, in other words to make sure the next Austrian President is called Dr. Alexander Van der Bellen.
From a systemic analyst and philosophical standpoint with strong emphasis on criticism of ideology the performed political and media theater provokes the following question: How world future elections turn out, if the mainstream media proponents withstood their urge to get engaged as chief ideologists in campaigns of their liking while falsely pretending to be neutral, and instead returned to their official role of providing non-ideologized neutral and objective coverage as their function in society would suppose them to do.
So after all this mainstream media driven 'voter intimidation', if you will, the sad but real result of this election is the self-inflicted dismantling of credibility of the once honorable profession of journalism by most of the established journalists and media experts, degenerating journalists to one-sided campaigners and propagandists misusing their official positions and media stations. So it is disturbing that the media establishment is not showing a touch of criticial reflection not even a single bit, not making amends for their shown tendentious role. Instead the media establishment just gets back to business as usual following its political agenda, which was prolonged once more.
That shown behavior of the mainstream media followed the ideologized one-sided worldwide trend and once more contributed to the demolishing of trust in the establishment and its media, which in the medium term did themselves and democracy a disservice. But given to the outlined scenario it was understandably easier for the majority of the Austrian public to comply and vote for the greenish candidate Dr. Alexander Van der Bellen. Brussels Calling: Mission accomplished!
Systemic Analyst and Philosopher
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann
p.s.: My deepest condolences: In the year 2016, following the international trend line, also in Austria the publicly expected duty of the "independent and neutral journalism and its coverage" was carried to its grave. R.I.P.

Freitag, 2. Dezember 2016

Austrian Presidential Election - Reloaded

According to my assessment, factoring in many indications and indicators and given the actual worldwide trend line, which strongly tends to bash the established elites and their media, a trend following a feeling of many people not wanting to be controlled by foreign powers or political entities, but wanting to regain their national sovereignty, I predict that the re-vote of the 2nd Austrian presidential election on the 4th of December 2016 will result in a victory for Ing. Norbert Hofer over Dr. Alexander Van der Bellen. A victory of Ing. Norbert Hofer at December 4th is most likely, despite through the entire presidential election cycle the public witnessed a strong bias and animosity against Ing. Norbert Hofer by the majority of mainstream media.
In this process so many journalists and so called 'experts' of the media world entirely lost their neutrality and objectivity and turned out to be more or less outspoken propagandists for Dr. Alexander Van der Bellen in effort to manipulate the public to vote for the preferred candidate of the establishment Dr. Alexander Van der Bellen.
So in my estimation Ing. Norbert Hofer will win the election under the premises of a fairly held election, if there are no significant irregularities during the election and the vote count process, and no major events will occur in the next few days acting as 'game changer'.
But àpropos game changer: Following this argumentation of mine and factoring in the prelude to the December 4th 2016 re-vote of the Austrian presidential election, which is so far the result of the longest presidential election cycle in Austria due to the challenging of the results of the 2st round of the Austrian presidential election won by Dr. Alexander Van der Bellen earlier this year, now a victory of Ing. Norbert Hofer would itself not only be a game changer but would leave Dr. Alexander Van der Bellen, the winner of the challenged 2st round of the Austrian presidential election in 2016, in the position of being so far the 1st Austrian President, who never became president, who actually never took office, so to speak.
We live in turbulent times and therefore turbulent events are no exception to that.
Systemic Analyst and Philosopher
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Sonntag, 20. November 2016

Warum die Eliten ihren Glanz verlieren

Das unerlaubt vereinnahmende 'Wir'


Wenn jetzt 'alle' ihre Wunden lecken und viele Medien sich fragen: 'Warum haben wir Trumps Wahlsieg nicht kommen sehen?' und weiter: 'Niemand hat dieses Ergebnis vorhergesagt!' So ist das zwar eine rhetorische Frage und eine von den Medienmachern selbstformulierte Antwort darauf, doch fühle ich mich von solchen Äußerungen von führenden Medien gleich in mehrfacher Hinsicht nicht repräsentiert, und es wirkt sogar zum Teil provozierend: Zum einen handelt es sich beim 'Wir' um ein aus journalistisch professioneller Sicht im Grunde vereinnahmendes und daher unzulässiges 'Wir', das ich als Medienbeobachter, Autor und Publizist ausdrücklich zurückweise. 
Zum anderen ist das oft in diesem Zusammenhang ebenfalls gewählte Wörtchen 'niemand' eine derart enggefasste/ausschließliche Formulierung, die auf mich und andere ebenfalls nicht zutrifft.

Die ideologische Bubble wabert munter weiter


Des Weiteren wirft dies offen gesagt die Frage auf, in welcher ideologischen Bubble jene Journalisten eigentlich leben und zu Hause sind und zu wievielt, da sie die Ereignisse um die US-Präsidentschaftswahl 2016 nicht kommen haben sehen? 
Im Übrigen wie kommen ich und zahlreiche andere mit meiner durch das Ergebnis der Wahl bestätigten Einschätzung dazu, die in der medial verbreiteten Wir-Bubble nicht repräsentiert ist, dass jene Journalisten von Ihrer Bubble auf alle anderen Menschen der Welt schließen und Ihre fragwürdige und genau genommen falsche geistige Analyse-Qualität auch mir und vielen anderen nötigend unterstellen? 
Oder verstehen jene Mainstream-Medienleute, die dieses Entsetzen und Erstaunen nach der US-Präsidentschaftswahl nun publizieren, sich denn nur als Ideologen in der Verbreitung Ihrer eigenen ideologisierten Position und der Bedienung ihres von ihnen angenommen homogen politischen Klientels?
Ich gestehe jenen Medienmachern zu, dass sie gewisse Ergebnisse, wie etwa die Ereignisse vom 8. November, nicht kommen haben sehen, die in "President-elect" Donald J. Trump resultiert sind. Doch sollten Sie bitte nicht von Ihrer Bubble, die aus wie vielen Personen auch immer besteht, auf die ganze Welt schließen und mit Worten wie 'niemand' (Negation des Existenzquantors) um sich werfen - oder zumindest den journalistischen Anstand haben diese Begriffe in Anführungsstriche zu setzen. Ich spreche hiermit explizit für meine individualisierte Meinung und stehe nicht für ein verallgemeinerndes 'Wir' möglicher Gegenpositionen, denn diese Wir-Positionen stellen nichts Anderes als populistische Agitation dar, welcher politischen Färbung auch immer, die mit ihrer beanspruchten Mehrheit in der Meinungspolitik eine angenommene Minderheit 'plattmachen' möchte.
Über solche politisch populistisch-nötigende Agitation sollten überparteiliche Medien und Journalisten mit Namen erhaben sein und könnten sich dadurch von Parteiblättern abgrenzen!

Warum ich mit meiner Prognose zur
US-Präsidentschaftswahl 2016 richtig lag


Im allgemeinen Katzenjammer nach der US-Wahl kommt die massive mediale Klage über den Ausgang der Wahl auf von Seiten all jener, die aus politisch-motiviertem Wunschdenken heraus das Ergebnis der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2016 falsch vorhergesagt haben. Dieselben Journalisten und Publizisten sprechen die richtige Vorhersage auch all jenen ab, die, so wie ich, die Geschehnisse klar kommen haben sehen und darüber vor der Wahl publiziert haben...
Meine richtige Vorhersage zur Wahl ist hier nachzulesen:

http://thegeopolitical.blogspot.co.at/2016/11/presidential-election-2016-and-the-American-DNA.html

Die Analyse, dass die Entscheidung der Wähler anders als von der sogenannten Mainstream-Media propagiert ausfallen wird, war für mich deshalb klar, weil die selbsternannten Mainstream-Media-Pundits in ihrer Bubble und ihrer gezeigten Scheuklappenmentalität schon seit geraumer Zeit nicht mehr für den Mainstream der Bevölkerung stehen, damit nicht mehr die Meinung der Mehrheit der großteils unterprivilegierten Bevölkerungsanteile repräsentieren, die sich oft als Verlierer der Gesellschaft sehen und die sich durch die in den Medien ausschließlich zu Wort kommende einseitige Meinung der satten Bevölkerungsschichten und deren Medienvertreter nicht repräsentiert und sogar verhöhnt fühlen. 

Es geht sogar mit dieser einseitigen Berichterstattung seitens der Mainstream-Media die behauptete Verdächtigung um, dass jeder, der sich der propagierten Mainstream-Media Meinung nicht anschließt und unterwirft, einen unverantwortlichen Keil in die Gesellschaft treibe, und dass daher von den selbsternannten Mainstream-Repräsentanten jeder 'Abtrünnige' mit gegenteiliger Meinung mit aller Vehemenz aus allen relevanten Bereichen der Gesellschaft ausgeschlossen werden müsse. 
Womit die Mainstream-Media nicht gerechnet hat, ist, dass sich bereits die Mehrheit des Electoral College, wie die US-Präsidentschaftswahl 2016 sehr gut zeigt, ausgeschlossen und nicht mehr repräsentiert fühlt und sich daher eine brachiale Persönlichkeit suchte, die für sie einen Befreiungsschlag gegen das stark vernetzte und saturierte Establishment von Links und Rechts und deren ignorantes Verhalten gegenüber den Sorgen und Problemen einer unterprivilegierten Mehrheit darstellt. Trump fungiert als ihr Sprachrohr, um aus ihrer empfundenen Hoffnungslosigkeit zu entrinnen, in das sie ein weltweit vernetztes, sie diskriminierendes System gestürzt hat, welches mittlerweile weitgehend ohne Ethik auskommt und nur mehr die gewinnorientierten niedersten Triebe unter dem Deckmantel von neuen Marktchancen bedient.

Zum Medien- und Politgeschäft


Wenn sich nun die Mainstream-Media auf Experten der deutschen/angloamerikanischen Polit- und Medienszene beziehen, muss ich deren Expertisen, die von den meisten Medien auf das Volk prasseln, schlichtweg als falsch bezeichnen, und damit jene sogenannten 'Experten', die wie gerade in Sachen Donald Trump gut belegt nur die Bubble-Meinung ihres Klientels propagieren, seit 1 1/2 Jahren regelmäßig durch Ahnungslosigkeit und Fehleinschätzung 'glänzen' und wie es die Ergebnisse der US-Präsidentschaftswahl 2016 nun gezeigt haben, falsch liegen, obwohl sie alles daran gesetzt haben, ihre Minderheitsmeinung und das damit verbundene Herrschaftskonzept durch intensive einseitige mediale Meinungsmache am Leben zu erhalten und unters Volk zu bringen.
So weit so schlecht. Was kann aus dieser Analyse gelernt werden? Wie bereits vor ca. 100 Jahren der Soziologe und Philosoph Max Weber von der Wissenschaft und den Professoren an den Universitäten gefordert hat, ihre Autorität als Professoren nicht dazu zu missbrauchen, ihre politische Einstellung vom Katheder aus zu vertreten und mit ihrer Autoritätsposition als Professoren ihr Weltbild den Zuhörern einzutrichtern. Leider wurden die letzten 100 Jahre nicht zu dieser Funktionstrennung genutzt, und somit vermischen sich auch heute noch munter Wissenschaft, Wirtschaft, Journalismus und Politik. 

Der Journalismus ist in seiner Glaubwürdigkeit beschädigt


Ähnliches ist auch heute in der Medienwelt zu beobachten, wo die Äquidistanz zum Thema als Grundlage jeder journalistischen Berichterstattung weitgehend über Bord geworfen wurde und wird, indem so viele Journalisten in der Pressestunde, im Polit​-Talk und in den Medien generell, als geladene und publizierte Fachleute gleich Parteipolitikern und Apparatschiks auftreten und unter dem Deckmantel von objektiver Berichterstattung in all ihren Statements ihre Meinungs-Bubble nicht verlassen, ja mehr noch, sie unglaublich einseitig durch die Brille ihrer politischen Einstellung ideologisch vertreten. Sie missbrauchen damit den Stand des Journalisten und beschädigen ihn dahingehend nachhaltig, dass sie ihn zu einer parteipolitischen Funktion umwandeln.
Dies rückt die Medien in ein derart schlechtes Licht und degradiert sie zu 'Polit-Propagandastationen', was nicht so schlimm wäre, wenn ganz im Sinne der Kennzeichnungspflicht Max Webers ihre Beiträge als Hofberichterstattung gekennzeichnet wären. Da das nicht erfolgt, sondern die Mainstream-Media auch noch vorgeben faktisch und objektiv zu berichten, ist es besonders tragisch, dass viel zu wenig über das dubiose Millionengeschäft mit den Umfragen, aus denen Journalisten dann großteils unkritisch ihre Informationen beziehen, gesprochen wird. Es wird auch zu wenig beleuchtet, wie diese Umfrage zustande kommen, welche Interessen dahinter stehen die die Ergebnisse dieser zweifelhaften Statistiken für Tatsachen ausgegeben, sie in die Berichterstattung einfließen lassen und für Meinungsmache verwenden. Nur so ist erklärbar, dass der übergroße Teil der offiziellen Prognosen zur US-Präsidentschaftswahl 2016 zum Ergebnis gelangt ist, Donald J. Trump hätte 'faktisch' keine Chancen 45. Präsident der USA zu werden.

Die Meinungsforscher sind zu ideologischen Propagandisten mutiert


Wenn man nun aber in der Fehleranalyse den Fehler nur beim Umfrage-Interviewpartner sucht und ihm unterstellt, er würde in seiner Wahl- und Meinungsäußerung lügen und damit die Statistik verfälschen, dürfte man diese Umfragen fortan seriöserweise nicht öffentlich verwenden bzw. kann man diesen Umfragen und Analysen keinen Wahrheitsgehalt mehr beimessen, sondern sie höchstens in den Bereich der Sportwetten oder der derzeit so populären binären Wertpapierwetten einordnen.
Wenn man den Umfragen Wahrheitsgehalt zuspricht und für diese Umfragen eine daraus abgeleitete reliable Validität von bis zu 95% behauptet, muss man sich den Vorwurf gefallen lassen, solche wertlosen Umfragen und Ergebnisse dienten nur der Meinungsmache und der politisch gezielten Manipulation der öffentlichen Meinung. Gleiches gilt für die auf Wahlen nachfolgende Wählerstromanalyse, also dafür, welche Wähler von welcher Partei zu welcher anderen Partei gewechselt sind. Die Wählerstromanalyse kann jedoch durch kein nachfolgendes reales Ereignis gestützt oder überprüft werden, und ist daher eine Behauptung, letztlich unwissenschaftlich und dem Bereich des Glaubens und der Mythologie zuzuordnen.
Selbst wenn man gewillt ist Meinungsumfragen zu glaube, ist es ein Gebot der Intelligenz, den Faktor, dass der Befragte dem Interviewer die Unwahrheit sagen könnte - also den von den Medien so genannten 'Lügenfaktor' - ausreichend einzurechnen. Dieser Lügenfaktor ist ein Ausdruck des Misstrauens gegenüber dem Establishment und wird vom Interviewer, der selbst als Teil der "Macht und Kontrolle" gesehen wird, sehr unterschätzt. Denn wenn man bei dem Überprüfbaren weiß, dass viele Befragte lügen, warum sollte das nicht auch für die Wählerstromanalyse gelten? Da die Wählerstromanalyse jedoch durch kein nachfolgendes Ereignis überprüfbar ist, wird sie nur durch den Glauben aller Beteiligten gestützt und fördert lediglich das Geschäft für weitere unüberprüfbare Untersuchungen.
Tatsächlich behaupten die Umfrageinstitute, ihre Umfragen wiesen nur eine Fehlerquote im unteren einstelligen Bereich auf. Aufgrund dieses Hintergrundwissens allein bedeutet das, dass es sich bei den Meinungsumfragen nur um ein politisch-strategisches tendenziöses Mittel zur Meinungsmanipulation hin zu den vom Auftraggeber gewünschten Ergebnissen handelt.

Seit Jahren liegt die veröffentlichte Meinungsforschung konsequent weit daneben


Wer nun in der Wissenschafts- und Medienwelt die Fehlerquote der Verlässlichkeit von Umfragen weiter bloß auf die Falschaussage der Befragten gegenüber dem Interviewer schiebt, begibt sich außerhalb des wissenschaftlichen Rahmens und in den Bereich des beliebigen Deutens, da die Prozentzahlen der Falschaussagen nur vom Leiter der Umfrage geschätzt und als Rechenfaktor angenommen werden, und damit bloß Deutung ist. Die Umfragen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die prozentuelle Annahme der Falschaussagen mit der Realität nicht übereinstimmt. Daher sind jene Umfragen und Prognosen seit Jahren zunehmend wertloser, außer man will, wie gesagt, politisch manipulativ das Geschäft des Auftraggebers unterstützen, indem man vorgibt wissenschaftlich zu arbeiten und damit unentschlossene Wähler in ihrem Wahlverhalten zu beeinflussen.
So scheint bei jenen Experten, obwohl sie zwar meistens schwer danebenliegen und vielleicht deshalb fortdauernd mediale Aufmerksamkeit und Wertschätzung genießen, bei ihrem Kaffeesudlesen regelmäßig ihr politisches Wunschergebnis der Vater des Gedankens zu sein. Sie scheinen ihre Umfragen dahingehend zu trimmen, dass der Auftraggeber ins gute Licht gerückt wird, um Folgeaufträge zu bekommen. Dieses politisch motivierte Treiben ist nur noch durch die Peinlichkeit ihrer auffallend systemisch-geopolitischen Ahnungslosigkeit gewürzt. Auch dieser Informationsmissbrauch, gefolgt von Meinungsmache durch politisch motivierte manipulierte Umfragen und Studien, ist Teil des Establishments, das nun in den USA durch die Wahl von Donald J. Trump sichtbar und abgewählt wurde.

Damit hat sich das Establishment bestehend aus Medien, Umfrageinstituten, Wirtschaft und Politik ein großes Stück mehr in das Reich der Comedy gerückt, wenn auch einer nicht sonderlich lustigen.

Dem Establishment stehen turbulente Zeiten der Veränderung bevor


Für Europa gilt aus selbigem Grund, warum sich ehemals große Volksparteien selbst vernichten und sich in Kleinparteien um die 20% und darunter verwandeln.
Diese praktizierte Ignoranz der Macht verführt dazu dem Volk nicht mehr zuzuhören, ihm daher auch nicht mehr zu helfen, sondern nur die eigene vorgefasste Meinung und Position für die Stabilisierung der eigenen politischen Karriere zu verfolgen. Allgemein gesprochen, machen es sich die Mehrheit der politischen Akteure aus den etablierten Parteien, die das politische Establishment bilden, in ihrem Bestreben nach Machterhalt wieder mal zu einfach, indem sie ideenlos Besitzstände, Pfründe und Privilegien verteidigen, die von der Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr mitgetragen werden. 
Gleichzeitig entgehen dem Establishment die wirklichen Ängste und Bedürfnisse der Mehrheitsbevölkerung, weil es das eigene Denken, das eigene Vorgehen, die eigenen Methoden, schlicht das eigene Weltbild nicht im Geringsten bereit ist zu hinterfragen. 

Dass die repräsentative Demokratie und ihre Eliten zunehmend abgehoben agieren, in völliger Ignoranz den Bedürfnissen ihrer Wähler gegenüber den Kontakt zur Bevölkerung verloren haben, ist leider nur Ausdruck des Niedergangs der Attraktivität einer Kultur.

Systemischer Analyst und Philosoph
Dr. Dr. Immanuel Fruhmann